Chronik

Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Weyhausen

Die Geschichte der Feuerwehr Weyhausen lässt sich leider nicht mehr genau zurückverfolgen. Der erste Teil von 1934 bis 1960 basiert auf Aussagen von Mitbürgern aus dem Jahr 1984 anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Ortswehr.
Aus diesen Aussagen geht hervor, dass vor 1934 eine Pflichtfeuerwehr bestand.
Leider existieren aus den Gründerjahren der Freiwilligen Feuerwehr keine schriftlichen Unterlagen mehr, jedoch können wir nach Aussagen der Gründer den Werdegang der Freiwilligen Feuerwehr Weyhausen noch recht gut aufzeigen.
Danach kommt es im Januar 1934 im Gasthaus Selle unter Leitung von Karl Bussius und Fritz Rietz aus Jembke (die vermutlich eine überörtliche Führungsaufgabe innehatten) zu einer ersten Zusammenkunft von Interessenten, denen die Organisation und der Dienstablauf einer Freiwilligen Feuerwehr vorgestellt wird. Unter dem damaligen Bürgermeister Heinrich Täger des 300-Seelen-Dorfes Weyhausen treffen sich dann am 03.04.1934 18 Männer im Gasthaus „Zur Mühle”, um offiziell (vermutlich im Beisein des damaligen Kreisbrandmeisters Saevecke) die Freiwillige Feuerwehr Weyhausen zu gründen. Zum ersten Brandmeister wird der Kamerad Friedrich Broistedt gewählt.

Unter dem Ortsbrandmeister Hubert Volk wird am 26.10.1974 die Jugendfeuerwehr Weyhausen gegründet, die bei den Feierlichkeiten anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Weyhausen am 02.11.1974 der Öffentlichkeit vorgestellt wird.TLF 8/18

Im März 1980 erhält die Wehr ein neues Tanklöschfahrzeug (TLF), gegen welches das 1963 angeschaffte TLF 8 ausgetauscht wird. Das neue Fahrzeug ist ein so genanntes TLF 8/18 W, ein Spezialfahrzeug zur Waldbrandbekämpfung.

Anfang der 1980er Jahre setzt sich das Ortskommando verstärkt für den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses ein, da das bisherige, 1961 erbaute Gebäude zu klein geworden ist.
Nach etlichen Fehl- und Rückschlägen ist es dann endlich soweit. Am 28.12.1983 erfolgt die offizielle Grundsteinlegung. Das neue Gerätehaus (Neue Str. 56) wird von den Mitgliedern der Wehr in Eigenleistung erstellt.
Am 14.12.1985 kann der Einzug in das neue Gerätehaus stattfinden – nach einer Bauzeit von zwei Jahren und einer Arbeitsleistung der Kameraden von ca. 13.000 Stunden. Die offizielle Übergabefeier wird in der Schulsporthalle durchgeführt.

1986 bekommt die Feuerwehr Weyhausen die ersten fünf Meldeempfänger (Pieper). Mittlerweile haben ca. zwei Drittel der Aktiven einen Meldeempfänger. Somit läuft auch eine Vielzahl der Einsätze über die so genannte „stille Alarmierung” und wird von der Bevölkerung nicht registriert.

LF 8Am 24.10.1987 erhält die Feuerwehr Weyhausen ein neues Löschgruppenfahrzeug (LF) 8 (Anschaffungskosten: ca. 155.000 DM), welches das nun 24 Jahre alte LF 8 ersetzt.

Bei dem Kreiswettkampf 1992 in Triangel belegt Weyhausen den 2. Platz. Somit fährt zum ersten Mal in der Geschichte des Boldecker Landes eine Gruppe dieser Gebietseinheit zum Bezirkswettkampf (am 20.09.1992 in Salzgitter).

Am 31.05.1997 wird in der Jugendfeuerwehr Weyhausen eine Mädchengruppe gegründet.

Zum 25-jährigen Bestehen der Jugendfeuerwehr Weyhausen findet 1999 eine Jubiläumsfeier mit Kommers und großer Feier in der Diskothek „Pampas” in Weyhausen statt. Hierbei wird der Kamerad Hubert Volk, unter dessen Leitung 1974 die Jugendfeuerwehr gegründet wurde, zum Ehrenmitglied ernannt.

Anlässlich des 70-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr und des 30-jährigen Bestehens der Jugendfeuerwehr feiert die Wehr am 30.10.2004 ein zünftiges Oktoberfest unter dem Motto „100 Jahre Feuerwehr Weyhausen“.
Die Jugendfeuerwehr musste aber zuvor noch (wie es für unverheiratete 30-Jährige Brauch ist) den Rathausplatz fegen.

Am 29.06.2008 qualifiziert sich die Jugendfeuerwehr Weyhausen zum ersten Mal seit ihrem Bestehen bei den Kreiswettkämpfen in Adenbüttel mit 1407,86 Punkten und dem fünften Platz für die Bezirkswettkämpfe.

Am 19.10.2008 wird deLF 10/6r Freiwilligen Feuerwehr Weyhausen ein neues LF 10/6 übergeben (Anschaffungskosten: ca. 200.000 Euro), das das LF 8 von 1987 ersetzt. Zusätzlich zur Ausstattung des alten LF 8 verfügt das neue Fahrzeug unter anderem über einen Wassertank von ca. 1.000 Litern, einen pneumatisch ausfahrbaren Lichtmast auf dem Dach sowie eine Rettungsplattform für LKW-Unfälle.

Das 75-jährige Bestehen der Wehr wird am 04. und 05.09.2009 gefeiert. Am Familiennachmittag sorgen unter anderem eine große Kaffee- und Kuchentafel, eine Hüpfburg und Löschvorführungen für Begeisterung. Am Abend lassen über 500 Gäste bei einer Revival-Party auf dem Schulsportplatz die ehemalige Diskothek „Pampas“ wieder auferstehen.

Die Freiwillige Feuerwehr Weyhausen besteht zurzeit (Stand: 31.12.2010) aus 382  Mitgliedern, wovon der größte Teil fördernde Mitglieder sind. Die Zahl der aktiven Mitglieder beträgt 35; die Jugendfeuerwehr hat 12 Mitglieder.

Von ca. 2680 Einwohnern in Weyhausen sind nur etwa 14% der Einwohner Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr. Wenn man dann noch betrachtet, dass von den Mitgliedern nur ca. 10% Aktive sind, ist das für eine Ortschaft wie Weyhausen doch erschreckend wenig.

Falls jemand Interesse hat, einfach mal vorbeizuschauen: ein aktueller Dienstplan hängt im Schaukasten am Gerätehaus sowie im Infokasten am Gemeindeamt.

Auch  Jugendliche, die an der Jugendfeuerwehr interessiert sind, können gerne bei denen Diensten der Jugendfeuerwehr mittwochs von 17.00 Uhr bis 18.30 Uhr vorbei schauen. Es wird in der Jugendfeuerwehr nicht nur sture Ausbildung betrieben, sondern auch Freizeitaktivitäten kommen nicht zu kurz. Jährlich werden eine Wochenendfahrt, Zeltlager, sowie Orientierungsmärsche durchgeführt. In den Wintermonaten wird abwechselnd Unterricht und Sport (auch Schwimmen) gemacht.

Die Freiwillige Feuerwehr Weyhausen ist eine von zwei Stützpunktfeuerwehren im Boldecker Land und als einzige mit einem Hilfeleistungssatz für Technische Hilfeleistung ausgestattet.
Sie ist die einzige Wehr im Landkreis Gifhorn, zu deren Aufgabenbereich auch ein Autobahnteilstück gehört.

Die Feuerwehr Weyhausen hat durchschnittlich ca. 25 bis 30 Einsätze im Jahr. Dabei entfällt ein großer Teil (ca. ein Drittel aller Einsätze) auf Technische Hilfeleistungen. Ein weiterer Teil der Einsätze ist auf die Auslösung von Brandmeldeanlagen zurückzuführen. Mit 13 Anlagen hat Weyhausen nach der Stadt Gifhorn die meisten Brandmeldeanlagen im Kreis. Für die übrigen Einsätze der Wehr sind Brände verantwortlich.

Als besonders kurioser Einsatz erwähnenswert ist z.B. die Rettung einer Kuh aus einer Güllegrube am 1. April 1997 in den Abendstunden. Dieser Einsatz wird bei allen Beteiligten unvergessen bleiben. Allein der Geruch haftete noch wochenlang an den Einsatzgeräten und Uniformen.
Auch einige weitere Einsätze sollten nicht unerwähnt bleiben. Unter anderem war eine Frau mit dem Mittelfinger im Abfluss der Badewanne stecken geblieben. Nach Ausbau des Abflusses durch die Einsatzkräfte konnte sie dem Rettungsdienst übergeben werden.
Ein weiterer Einsatz war ein eingeklemmter Finger eines Kindes in den Speichen seines Fahrrades. Hier reichte aber zum Glück ein Seitenschneider aus. Der Schreck des Kindes war wohl dabei das größte Übel.
Auch die Hausexplosion in Tappenbeck am 09.10.2003 wird für alle Beteiligten unvergesslich bleiben.

Als Ausgleich dient den Aktiven die alle zwei Jahre stattfindende Aktiventour an einem verlängerten Wochenende. So haben wir z.B. schon eine Harz-Wanderung, eine Radtour entlang der Weser, eine Kanu-Tour auf Oker und Aller und eine Bootstour auf der Mecklenburgischen Seenplatte unternommen.

Außerdem trägt die Feuerwehr zum kulturellen Leben in der Gemeinde bei.
Hier sei erwähnt, dass die Wehr seit 1982 den jährlich – immer am dritten Samstag im Januar – stattfindenden Wintermarsch ausrichtet, der sich immer wieder großer Beliebtheit erfreut. Die Teilnehmer werden hierbei in Gruppen auf eine Wanderung rund um Weyhausen geschickt, bei der es an verschiedenen Streckenposten knifflige Aufgaben zu lösen gilt. Die Teilnehmerzahlen liegen seit Jahren konstant bei ca. 300 bis 400 Personen.
Die Wehr bietet des Weiteren jährlich an Christi Himmelfahrt eine Fahrradtour an. Die Änderung (seit 1990) der Himmelfahrtstour in eine Familienradtour kam sehr gut an und zeigte uns, dass wir damit vollkommen richtig lagen. Die Teilnehmerzahlen liegen hier jedes Jahr bei 70 bis 80.
Auch an kulturellen Veranstaltungen der Gemeinde wie beispielsweise dem Weihnachtsmarkt beteiligt sich die Wehr.